SCHRITT 2: AUDITCHECKLISTE ERSTELLEN

Die Checkliste, die die Jugendlichen erstellen, ist Grundlage des Audits. Die Checkliste enthält Impulsfragen, offene und geschlossene, einfach formulierte Fragen und dient als Gesprächsleitfaden für den Auditbesuch. Aus dieser können Handlungsempfehlungen und Verbesserungsvorschläge generiert werden.

Lernziele

  • Gemeinsame Ideenentwicklung auf Augenhöhe, Weisheit der vielen (Schwarmintelligenz)
  • Begeisterung wecken, eigene Interessen und Wünsche formulieren
  • Gegenseitige Vorstellung der Ideen
  • Prioritäten setzen
  • Identifikation mit der selbst erstellten Checkliste herstellen

Schulungsdesign

  1. Im Plenum Traumreise. Die Jugendlichen schließen ihre Augen oder zeichnen ihren „Traumjugendclub“
  2. In Murmelgruppen Austausch über ihre Vorstellungen
  3. Was sind eure liebsten Tätigkeiten, Interessen, Bedürfnisse im Jugendzentrum? Antworten auf Moderationskarten sammeln und an die Pinnwand heften.
  4. Gruppendiskussion und Einigung auf gemeinsame Kriterien: Was sind die Must Haves? Welches „Kriterium“ darf auf keinen Fall wegfallen?
  5. Checkliste erstellen. Besonders stolz macht es viele Jugendliche, die Liste selbst entwickelt zu haben.
  6. Die Einheit schließt mit einer kurzen Blitzlichtrunde.

Am Anfang analysieren die Kinder und Jugendlichen ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse und tasten sich an das Jugendaudit heran. Die Checkliste soll helfen zahlreiche Fragen, Informationen und Eindrücke zu sortieren und eine erste Einschätzung über das Jugendaudit zu bekommen. Jugendliche markieren und notieren beim Auditbesuch vor allem die Punkte, denen Sie weiter nachgehen wollen, weil sie diese als interessant erkannt haben oder weil sie Klärungsbedarf haben.

Wir nutzen eine bildliche Sprache, um Assoziationen zu ermöglichen. Die Jugendlichen legen einen gedanklichen Neustart hin und dürfen ihr Jugendzentrum neu „einrichten“. Mittels Traumreise werden die Kinder und Jugendlichen eingeladen sich mit Jugendzentren auseinanderzusetzen und eigene Ideen zu kreieren.

Den Kindern und Jugendlichen fällt es meist leichter, wenn sie für diese Übung nicht im Stuhlkreis oder an Tischen sitzen bleiben, sondern sich ein bequemes Plätzchen für die Einstimmung suchen. Glaskugel, Zauberstab oder Kaleidoskop sind nette Accessoires, um Ideen anzuregen.


Anleitung für den gedanklichen Neustart

Jetzt steht etwas richtig Schönes bevor. Du darfst einen gedanklichen Neustart für dein Jugendzentrum hinlegen und alles so einrichten, wie du es gerne hättest. Es gibt keine Einschränkungen. Lass deiner Kreativität freien Raum und sei mutig, das Jugendzentrum genau so zu gestalten, wie du es gerne hättest. Nehme dir dafür ein paar Minuten Zeit und lasse deine Ideen sprudeln. Das Ergebnis deines gedanklichen Neustarts kannst du als Bild oder in Worten oder sonst wie festhalten. In der Gestaltung bist du frei. Die Wünsche sollten gedanklich mit dem Jugendzentrum zu tun haben.“

Je schöner und individueller das ideale Jugendzentrum gezeichnet wird, desto lieber wird es von den Jugendlichen immer wieder in die Hand genommen. Das Bild fokussiert und gibt eine Richtung für die Checkliste vor.

Eine andere Möglichkeit ist eine Traumreise oder Blick in die Zukunft:

„Stell dir vor, heute Nacht geschieht ein Wunder und das Jugendzentrum sieht völlig anders aus. Es sieht so als, wie du es am liebsten hättest. […]“


Anregungen für die Checkliste

Die Kinder und Jugendlichen erkennen, dass in der Schulung zur*zum Jugendauditor*in ihre individuellen Bedürfnisse eine Rolle spielen. Sie stellen sich ein perfektes Jugendzentrum vor, in dem alle ihre Bedürfnisse und Interessen abgedeckt werden und sie sich täglich aufhalten möchten. Es ist alles möglich, was die Fantasie anregt. Die Jugendlichen denken z.B. über folgende Punkte nach:

  • Wie ist die Atmosphäre dort?
  • Wie sind die Räume gestaltet?
  • Was wird im Jugendzentrum angeboten?
  • Wie werde ich dort angesprochen?
  • Wie gehen die Menschen miteinander um?
  • Welche Regeln gibt es?
  • Was ist erlaubt, was ist nicht erlaubt?
  • Was kann ich im Jugendzentrum machen?

Die Methode „Neustart“ fördert die Nachhaltigkeit, da sich die Teilnehmerinnen während der Schulung damit auseinandersetzen, wie ihr Jugendzentrum aussehen soll. Die Vorschläge der Kinder und Jugendlichen werden gesammelt. Aus den Ideen der Kinder und Jugendlichen wird eine Checkliste erstellt, die die Grundlage für die Durchführung des Audits ist. Die Checkliste wird von Jugendlichen entwickelt und kann Impulsfragen, offene und geschlossene Fragen (Ja und Nein Antworten) enthalten. Die Fragen sind geprägt von den Anliegen und Interessen der Jugendlichen. Die Fragestellungen variieren entsprechend dem Alter und des Wissensstandes der Jugendlichen.

Als Ideenfundus für die Fragen kann das Handbuch Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeitstätten herangezogen werden.

Die Erarbeitung der Checkliste ist die Vorbereitung für das Auditgespräch.

Für ein erfolgreiches Auditgespräch ist es wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen mit konkreten Fragestellungen, Beobachtungsaufgaben und Erkundungsaufträgen in die Jugendfreizeiteinrichtung gehen.

Die Checkliste unterstützt die Jugendauditor*innen – zusätzlich zum gezielten Erkunden der Jugendfreizeiteinrichtung – das Gespräch mit pädagogischen Fachkräften in der Einrichtung zu leiten. Darauf befinden sich die wichtigsten Fragen an die Jugendfreizeiteinrichtung. Jede*r notiert sich darauf die Antworten und macht den Fragebogen so zu einem individuellen Arbeitsergebnis.

Wie weit trifft dieses Kriterium für die Einrichtung zu?

Jugendliche markieren ihre Meinung(en) mit einem Kreuz und/oder Smiley und machen sich Notizen als Erinnerungshilfe für den Auditbericht.

trifft zu  teils teils  trifft nicht zu

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Ich stehe Ihnen mit meiner Expertise gerne zur Verfügung.

Gutes Gelingen wünscht Ihnen

Julia Hartwig-Selmeier

Projektleitung Jugendaudit Berlin-Mitte 2017

Das Projekt wurde finanziert vom Bezirksamt Mitte von Berlin und im Auftrag des Kinder- und Jugendbüros Mitte von Oktober 2016 bis Dezember 2017 durchgeführt.

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